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Bericht vom Grünen Markt in Düsseldorf (Teil I)

von Sarah
Bericht vom Grünen Markt in Düsseldorf (Teil I)

Der erste ökologische Lifestyle Markt im Düsseldorfer Zakk

 

Selbst bin ich doch noch seit recht kurzer Zeit in Sachen grünes sowie biologisches Leben unterwegs. Schwierig wird es da erst einmal, an Informationen zu gelangen. Wo finde ich “grüne” Produkte, wenn es mal nicht aus dem Biomarkt sein soll? Wo kann ich diese kaufen und wie sieht es bei Lebensmitteln mit dem Zuckerzusatz aus? Wie gerufen kam da der erste Grüne Markt in Düsseldorf. Manchmal weiß Facebook eben doch, was mich so interessiert. Also kam Lea vorbei und wir haben uns gemeinsam einen schönen Nachmittag auf dem Grünen Markt gemacht.

 

Drei Stunden auf dem Grünen Markt und viele neue Erfahrungen.

 

Als wir ankamen, gab es schon eine kleine Schlange an der Kasse. Wie auch bei vielen Streetfood Markets üblich, musste man einen geringen Eintritt von 3 € zahlen. Dazu gab es dann noch das “green Lifestyle” Magazin umsonst, was üblich 4,90 € kostet. Als wir die Halle betraten, war ich erst einmal erschlagen: noch nicht mal 13 Uhr und es war voll. Zuerst dachte ich “Ok, das ist ganz schön klein, da sind wir bestimmt schnell wieder raus.” Aber Pustekuchen, wir haben uns ca. drei Stunden lang durch jede Menge toller Produkte probiert, geschnuppert und getestet. Natürlich wurde auch das ein oder andere geshoppt, weil es so lecker war oder uns generell überzeugt hat 🙂

Heute möchten wir euch den ersten Teil unserer Highlights vom Grünen Markt vorstellen. In unserer Vorstellung sind nur Produkte gelandet, die uns nachhaltig beeindruckt haben. Sicherlich gibt es noch viele weitere Anbieter, die auf dem Grünen Markt vertreten waren und auch ganz tolle Produkte haben. Wir möchten aber hier unsere persönlichen Favoriten mit euch teilen!

 

Naturkosmetik auf dem Grünen Markt

 

Seit einiger Zeit suche ich schon nach einer Haarseife. Leider sind deutsche Drogeriemärkte in Sachen Shampoo Bars wirklich schlecht sortiert. Selbst Biomärkte sind so semigut mit Pflegeartikeln ausgestattet und dann doch häufig mit Naturkosmetik in Plastikflaschen, zumindest wenn man nach Shampoos Ausschau hält. Ich dachte, wenn ich das testen will, dann geht das ganz einfach. Einmal in die Drogerie, aus verschiedenen Seifen auswählen, testen und fertig ist die Laube. Da es nichts Besseres gab, habe ich vor einigen Wochen als Kompromiss mal ein Bioshampoo sowie eine Biospülung aus der Drogerie mitgenommen. Leider hat mich beides nicht überzeugt. Meine Haare neigen im Winter eher dazu, trocken zu sein, was Shampoo und Spülung auch noch begünstigt haben. Meine Haare waren wie Stroh, ein unkämmbarer Haufen. Lea hat ähnliche Erfahrungen mit dem Bioshampoo gemacht.

Auf dem Grünen Markt hatte ich jedoch Glück und entdeckte gleich den ersten Stand mit Naturkosmetik. Bei Yuka gibt es neben drei verschiedenen Haarseifen auch noch Produkte für Gesicht und Körper.

 

Yuka biologische Shampoo Bar auf dem grünen Markt

“Wir glauben daran, dass man nicht mehr als die Natur braucht, um Haut und Haar zu pflegen.”

 

Yuka ist noch ein recht junges Unternehmen, das aber vor seinem Start lange an der richtigen Seifenmischung experimentiert hat. Überzeugt hat mich direkt der wohlige Geruch: Sehr sanft und überhaupt nicht aufdringlich. Es soll ja auch Haarseifen in diesen „Hipster Läden“ geben, die vorwiegend Badebomben verticken und mittlerweile in jeder Innenstadt zu finden sind. Wer gerne nach explodierter Bonbonfabrik riechen möchte, ist in diesen Läden absolut richtig aufgehoben. Wer etwas Zartes und Unaufdringliches sucht, sollte mal bei Yuka vorbeischauen 😉

Toll finde ich, dass Yuka selbst sagt “Keines unserer Produkte enthält Inhaltsstoffe wie Konservierungsstoffe, Silikone oder Palmöl.” Das war mir schon sehr wichtig. Zum einen bin ich auf Haarseife gekommen, um Plastik einzusparen, zum anderen wollte ich aber auch ein Produkt, welches aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht und besonders auf Palmöl wie auch Silikone verzichtet. Da kann ich auch nur noch die Philosophie von Yuka aufgreifen: “Wir glauben daran, dass man nicht mehr als die Natur braucht, um Haut und Haar zu pflegen.” Ganz in diesem Sinne möchte ich künftig meine Haare pflegen. Wer durch die Produkte von Yuka stöbern möchte, sollte mal gleich hier gucken.

 

Shampoo Bars von der Rosenrot Manufaktur

 

Da Shampoo Bars noch ein neues Thema für mich sind, war ich umso erfreuter, einen zweiten Stand auf dem Grünen Markt zu entdecken. Hier gab es direkt zwölf verschiedene Shampoos für unterschiedliche Haartypen. Darunter war auch eine Kur wie auch ein Conditioner enthalten. Am Stand wurden wir sehr nett über Shampoobit beraten. Da ich ja nicht nur auf Haarseife umsteigen will, sondern auch die beste Pflege für meine Haare finden möchte, habe ich auch hier ein Shampoo ausgesucht.

Shampoobit biologische Shampoo Bar auf dem grünen Markt

Lea wie auch mir fiel die Auswahl recht schwer, da einige Shampoos für den eigenen Haartyp in Frage kamen. Lea entschied sich für ein Kornblumen-Zitronen Shampoo, welches besonders für ihr blondes Haar geeignet ist und sanfte Goldreflexe hineinzaubern soll. Für meine gefärbten, aber braunen Haare wählte ich ein Walnuss- Mandel Shampoo, was für satte leuchtende Farben sorgen soll.

Zudem durfte auch noch ein Stück Luffa mit in die Tüte wandern, auf dem die Seife künftig nach dem Waschen trocknen darf. Im Unterschied zu Yuka muss ich schon sagen, dass die Shampoos teilweise etwas sehr kräftig riechen. Das mag z. B. bei Honig noch recht angenehm sein, hielt mich aber auch vom Kauf der einen oder anderen Seife ab. Schließlich soll sie auch künftig in unserem Badezimmer wohnen, da muss einem der Geruch schon gefallen. Hier würde ich empfehlen: Schnuppert euch vor Ort am besten einmal durch das Angebot, um die richtige Wahl zu treffen.

“Es ist Leidenschaft, unser Herz und unsere Liebe zur Kreativität.”

 

Die Produkte der Rosenrot Manufaktur werden ausschließlich in Deutschland und in Handarbeit hergestellt. Selbst sagt das Unternehmen über sich “Das Sieden von Bioseifen und Herstellen und Entwickeln von feinen Biokosmetikprodukten ist für uns mehr als nur ein Beruf. Es ist Leidenschaft, unser Herz und unsere Liebe zur Kreativität.” Hier merkt man – wie bei vielen Bioprodukten – dass einfach Herzblut im Produkt steckt und nicht die Profitgier im Vordergrund steht. Im Gegensatz zu den Produkten von Yuka können die Bioseifen nicht nur online erworben werden, sondern auch in vielen verschiedenen Läden in ganz Deutschland. Wer wissen möchte, wo er Produkte der Rosenrot Manufaktur erwerben kann, sollte mal hier gucken. Vor allen in vielen Unverpackt Läden könnt ihr die Seifen und Shampoos kaufen.

Da der Grüne Markt erst Anfang Februar stattfand, können wir derzeit noch nichts über die Wirkung der Produkte sagen. Wie der Test verlaufen ist, wie meine Umstellung auf Haarseife verlief und was unser Fazit hierzu ist, werdet ihr dann in einigen Monaten erfahren.

 

Kulinarische Genüsse auf dem Grünen Markt

 

Wer so viel an Seifen rumschnuppert, bekommt dabei auch ordentlich Hunger. Umso weniger überraschend konnte man uns als nächstes beim Probieren von Pestos am Stand der Land Manufactur wiederfinden. Neben den super leckeren Pestos fiel uns auch gleich noch das selbstgebackene Brot auf, das wir zum Probieren der Pestos bekamen. Da ich ja immer noch leidenschaftlich gerne backe, musste ich gleich mal nach dem Rezept fragen. Der Buchtipp “Gut Brot will Weile haben”, aus dem das Brotrezept stammt, steht seitdem auf meiner Wunschliste. Ihr dürft also gespannt sein, wann es hier das erste Brotrezept gibt. 😉

Aber eigentlich war das Brot ja nur Nebendarsteller, da die Land Manufactur Pestos, Oliven, Olivenöl, Oliven etc. verkauft.

 

biologisches Pesto auf dem grünen Markt

Als ich hörte, dass ein Großteil der Produkte aus der Region kommt, konnte ich es kaum glauben. Was Thomas & Dorothee nicht selbst in ihrem Garten anbauen, kommt von der örtlichen Gärtnerei. Selbst die Walnüsse ernten sie im eigenen Garten sowie in denen von Nachbarn und Freunden. Kommen die Produkte von weiter weg, so wird nur mit ausgewählten Partnern zusammengearbeitet, die den Ansprüchen der Land Manufactur gerecht werden. Das beeindruckt erst einmal schwer.

Wer mich kennt, weiß, dass ich gerade bei Pesto und Olivenöl keine Kompromisse mache. Schon seit einigen Jahren bestelle ich ausschließlich bei LaVialla in Italien. Jetzt eine Regionale Pesto Alternative gefunden zu haben, erfreut mein Herz umso mehr, zumal es auch noch vegan ist. Auf dem Grünen Markt durfte somit ein Gläschen des Rucola-Walnuss-Tomate- Pestos in meine Tasche wandern. Neben Walnuss, Tomate, Rucola finden sich noch Olivenöl, Chili, Knoblauch und Pfeffer im Pesto wieder. Ein wirklich ehrliches Produkt, schmackhaft, einfach ohne unnötige Zusätze, Konservierungsstoffe und ohne Schnickschnack. Wer mehr über die Land-Manufactur erfahren möchte, sollte mal hier stöbern. Kaufen könnt ihr die Produkte beim Veedelskrämer in Köln, ab März auf dem Kölner Wochenmarkt auf der Kitschburgerstraße und auf Nachfrage bekommt ihr auch das Pesto direkt nach Hause geschickt.

 

Mit viel Hingabe frisch geröstet

 

Nach so vielen Probierstückchen wurde es irgendwann Zeit, sich einen Kaffee zu gönnen. Wie durch Zufall folgten wir einfach dem herrlichen Duft und landeten am Stand von Tim & Sebastian’s.

Sebastian war persönlich am Stand und brühte gerade einen frischen Filterkaffee auf. Ich habe wirklich noch nie gesehen, dass jemand mit so viel Liebe und Hingabe einen Filterkaffee zubereitet.

Nach dem Aufbrühen verteilte Sebastian kleine Kostproben an alle, die sich am Stand versammelt hatten. Dabei erklärte er mehr zum Aroma der Kaffeesorte “Tim” und ihrem fruchtig-floralem Geschmack. Beim ersten Blick in den Becher sah es mehr nach schwarzem Tee aus. Mein erster Gedanke “Der Kaffee ist bestimmt dünn und schmeckt nicht nach viel”. Nach dem Probieren dann die totale Überraschung: Weder dünn noch geschmackslos, sondern volles Kaffeearoma, schön rund und kaum bitter. Sonst bin ich bekennender Milchkaffeetrinker, aber „Tim“ war selbst schwarz ein wahrer Genuss.

biologischer Kaffee auf dem günen Markt

Auch hier wurde ich wieder total vom Produkt überrascht.  Neben dem Aufbrühen beantwortete Sebastian alle Fragen zum Kaffee. Egal ob es um das Rösten, die verwendeten Bohnen oder die verschiedenen Vorstufen der benutzen Bohnen ging, hier blieb keine Frage unbeantwortet.

Auch wenn Tim & Sebastian nicht selbst importieren, so haben sie sehr sorgfältig ihre Rohkaffeehändler ausgewählt. Geröstet wird in Köln, undzwar von Hand. Hierbei lassen die beiden Präzision und Erfahrung walten, um die perfekte Röstung zu erhalten. Wer also nach einem richtig guten Kaffee sucht, ist hier genau richtig. Nicht nur Filterkaffeefans werden im Onlineshop von Tim &  Sebastian’s fündig, auch Vollautomatenbesitzer und Espressoliebhaber finden hier sicherlich ihr Lieblingsprodukt.

 

Ökologisches Gemüse aus nachhaltigem Anbau = Solawi?

 

Nach diesen unglaublich tollen Genüssen kamen wir am Stand von Solawi Düsseldorf vorbei. Solawi steht für eine Solidarische Landwirtschaft. Hierbei schließen sich mehrere Menschen zusammen, die dann gemeinsam ein Feld bewirtschaften. Zumeist wird das Feld einmal im Jahr von einem Bauern zum Bepflanzen fit gemacht. Anschließend kümmert die Solawi sich um das Feld. Aber auch die ganze Orga, die Pflege der Webseite etc. wird von den Mitgliederinnen und Mitgliedern übernommen. Jeder leistet sowohl einen monatlichen Geldbeitrag als auch Arbeitsleistung und erhält anschließend seinen Anteil an regionalem Biogemüse.

Zugegebenermaßen habe ich schon länger mit dem Gedanken einer Beteiligung gespielt, da es meiner Meinung nach eine gute Idee ist, so seinen Haushalt mit frischem Gemüse zu versorgen. Leider isst mein Mann jedoch so wenig Gemüse, dass es sich für uns als Zwei-Personen-Haushalt nicht lohnen würde. Sehr schade, aber ganz habe ich den Gedanken noch nicht verworfen. Wer Interesse an ökologischen Gemüse aus nachhaltigem Anbau hat, das im solidarischen Miteinander erwirtschaftet wird, sollte mal hier vorbeischauen. Wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja doch demnächst auf dem Feld der Solawi Düsseldorf wieder 😉

 

Unser Fazit zum Grünen Markt!

 

Wenn ihr einen Grünen Markt in eurer Nähe habt, kann ich jedem nur empfehlen, diesen zu besuchen. Er hat mir noch einmal einen ganz neuen Einblick in den grünen Lebensstil und seine unglaublich tollen Produkte gewährt. Nachhaltig beeindruckt haben mich aber vor allem die Menschen, die hinter ihren Produkten stehen.

Da ich schon länger in der Foodszene unterwegs bin, weiß ich, dass häufig Markenbotschafterinnen und -botschafter engagiert werden, die dann die Produkte anpreisen. Hier ist es jedoch anders: Man trifft zumeist die Menschen, die das Produkt erfunden haben und mit Leib und Seele dafür stehen, was das Produkt verkörpert. Es ist wirklich schön zu sehen, wie ehrlich und nachhaltig ein Produkt sein kann.  Hier wird einem nochmals bewusst, dass wir es in der Hand haben, unsere Welt jeden Tag ein kleines Stückchen besser zu machen. Denn mit jeder Kaufentscheidung, die wir treffen, beeinflussen wir auch unsere Umwelt.

Wer Lust auf mehr Input zu grünen Lifestylprodukten hat, der darf sich auf Leas Beitrag freuen. Dort wird sie euch ihre Sicht zum Grünen Markt verraten und ihre Lieblingsprodukte vorstellen.

 

Deine Meinung ist gefragt!

 

Wart ihr selbst auf dem Grünen Markt in Düsseldorf, dann berichtet uns doch über eure Erfahrungen. Welche Produkte haben euch beeindruckt? Was habt ihr gekauft und getestet? Natürlich könnt ihr uns auch noch mit Fragen löchern, wir werden sie auf jeden Fall beantworten.  :-)

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