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Clean Eating – Keine Diät, dafür echtes Essen!

von Sarah 24. Juni 2018
Clean Eating – Keine Diät, dafür echtes Essen!

Unglaublich, wie sich in kurzer Zeit so viel verändern kann. Noch vor einem Jahr war ich eine richtige Tortenqueen. Süßigkeiten haben mein Leben bestimmt und gebacken wurde jede Woche! Wer mich ein Jahr nicht gesehen hat, wird es kaum glauben. Kein Zucker, vorwiegend pflanzliches Essen und viel in Bio-Qualität. Eine Wende um 180 Grad. Das hört sich natürlich erst einmal so an, als ob viel Disziplin hinter diesem Lebensstil steckt. Immer die angebotenen Gummibärchen auszuschlagen, fast jeden Abend zu kochen und dann noch möglichst plastikfrei einkaufen.

Die Gummibärchen kann ich ohne jedes Problem ausschlagen. Aus meinen Artikeln zum zuckerfreien Leben wisst ihr bereits, wie gut ich mich mit dieser Entscheidung fühle und froh bin, hier mittlerweile die richtige Wahl für meinen Körper treffen zu können. Außerdem wären mir die Gummibärchen mittlerweile viel zu süß (kein Scherz!). Ich gebe es ja zu, dass es nicht immer Spaß macht, sich abends zum kochen noch an den Herd zu stellen. Manchmal bin ich auch einfach müde oder furchtbar ausgehungert, sodass mir die 20 Minuten am Herd dann schon zu viel sind. Ich habe es aber einfach so zu meiner Routine werden lassen, dass es zu meinem Alltag dazugehört. Nach dem Kochen weiß ich dann auch immer, wofür ich es gemacht habe. Ich darf mich an einem leckeren und reichhaltigen Essen erfreuen, das nicht viel kostet.

 

Warum du den Lieferservice nicht so häufig bemühen solltest

 

An manchen Abenden kommt es schon einmal vor, dass wir den indischen Lieferdienst bemühen oder mal eine Pizza ordern. Da siegt dann doch der Schweinehund oder mein Hunger auf Samosas 🙂 Jedoch kommt es mittlerweile fast jedes Mal vor, dass ich mich fragen muss, warum ich nicht selbst gekocht habe.

Dabei geht mir immer durch den Kopf:

    1. Es wäre viel schneller gewesen, wenn ich selbst gekocht hätte

    2. Ich wüsste zu 100 %, was in meinem Essen enthalten ist

    3. Es wäre billiger gewesen

    4. Die stundenlange Suche nach einem Lieferservice entfällt

    5. Ich wäre nicht so hungrig und grantig, da ich mit Kochen beschäftigt wäre, anstatt wartend auf der Couch zu sitzen.

    6. Ich müsste mich nicht wieder über die grässlichen Verpackungen ärgern.

“Zero Waste” ist leider gar nicht mit einer Bestellung beim Lieferdienst vereinbar. Alles ist einzeln verpackt in viel Plastik, Styropor und Alu-Schalen.

Zudem lässt sich eine Bestellung beim indischen Lieferservice nicht wirklich mit Clean Eating verbinden. Sicherlich versuche ich hier die beste Wahl zu treffen – was einigermaßen gelingt, da Zusatztstoffe zumindest auf den Speisekarten gekennzeichnet werden müssen. So ist zumindest eine Bestellung ohne Glutamate oder ähnliches möglich. Aber ganz genau kann ich nicht sagen, was der Lieferservice in seinem Essen verarbeitet und wie es hergestellt wurde.

 

Clean Eating nur ein Ernährungstrend?

 

Aber was ist eigentlich genau unter Clean Eating zu verstehen? Es hört sich ja schon ein bisschen abgehoben an. Als ich davon das erste Mal hörte, dachte ich mir nur “Ach herje, wieder so ein neumodischer Scheiß, der von irgendwelchen Fitness-Gurus als heiliger Gral verkauft wird”. Als ich aber erfuhr, dass hinter dem neumodischem Begriff eigentlich eine sehr ursprüngliche Ernährungsweise steckt, wurde ich neugierig und wollte mehr über diese Ernährungsweise wissen. Mit der Zeit habe ich dann festgestellt, dass Clean Eating genau die Art und Weise beschreibt, wie ich versuche, meinen Essensalltag zu gestalten.

 

Checke die Zutatenliste!

 

Clean Eating bedeutet, möglichst unverarbeitete Produkte zu essen und häufig frisch zu kochen. Klingt erst einmal total simpel. Ich möchte dir am Beispiel der Tomate erläutern, was Clean Eating genau bedeutet. Kaufen wir eine Tomate, so haben wir ein cleanes Produkt. Die Tomate hat keine weiteren Zusätze, sondern besteht nur aus Tomate. Selbst wenn wir jetzt aus ihr Tomatensauce machen und diese würzen, haben wir immer noch ein cleanes Essen.

Clean Eating Tomate

Kaufen wir im Supermarkt Tomatensauce, so gibt es hier verschiedene Abstufungen, wie clean dein Produkt ist. Um herauszufinden, ob du die Tomatensauce kaufen solltest, musst du nur die Zutatenliste checken. Stehen auf der Flasche nur Tomaten, so hälst du ein cleanes Produkt in den Händen. Diese Flaschen sind jedoch sehr selten. Viel häufiger findest du auf der Zutatenliste Tomaten und Salz. Auch dieses Produkt ist noch sehr clean, da es nur aus zwei Zutaten besteht. Beide Zutaten sind bekannt, wir könne sie aussprechen und wissen genau, was die Zutaten sind. Da ich meine Tomatensauce sowieso salze, finde ich diese Tomatensaucen völlig in Ordnung. Beim Aufkochen kann ich die Sauce anschließend so würzen, wie ich sie am liebsten mag.

 

 

Manchmal stehen wir jedoch vor dem Bioregal und glauben, dass alles gesund ist, was wir dort finden. Hier ist Vorsicht geboten. Denn eine einfache “Tomatensauce Napoli” kann dann schnell so aussehen:

Beispiel Zutatenliste: Tomatenmark* 48% einfach konzentriert, Gemüse* 21% (in veränderlichen Gewichtsanteilen: Paprika*, Möhren*, SELLERIE*, Porree*, Zwiebeln*), Wasser, Sonnenblumenöl*, Agavendicksaft*, Apfeldicksaft*, Steinsalz, Verdickungsmittel Johannisbrotkernmehl*, Vollkornreis*, Oregano*. enthält folgende allergene Zutaten: Sellerie *kontrolliert biologischer Anbau

Analysieren wir diese Liste also. An der Länge der Zutatenliste kannst du bereits erkennen, dass wir hier ein recht stark verarbeitetes Produkt vorfinden. Die Saucenbasis besteht nicht mehr nur aus Tomaten, sondern aus Tomatenmark, d.h. die Tomaten wurden noch einmal zusätzlich verarbeitet.

 

Wieso Bio nicht immer Clean Eating ist!

 

Als nächstes finden wir unter den Zutaten Gemüse, Wasser und Öl, was soweit auch erst einmal ok ist. Dann kommt direkt 2x Dicksaft, also Zucker in der Tomatensauce. Bei diesem Produkt übrigens mehr als 5 g pro 100 g! Dann kommt Salz. Zum Schluss sollen noch Johannisbrotkernmehl und Vollkornreis der Bindung beitragen. Ich weiß ja nicht, wie es euch damit geht, aber wann habt ihr schon einmal Johannisbrotkernmehl oder Reis in eure Tomatensauce gegeben?

Für eine Bindung der Tomatensauce genügt es völlig, die Tomaten etwas einkochen zu lassen. Je nach Konsistenz und Geschmack noch 1 EL Tomatenmark hinzu und die Konsistenz ist perfekt. Zucker kommt bei mir nie an die Tomatensauce, da sonnengereifte Tomaten bereits natürlichen Zucker enthalten und somit süß genug sind.

Dieses Beispiel soll dir  zeigen, dass auch Bio-Produkte unter anderem sehr stark verarbeitet sein können und unter Umständen nicht in das Clean Eating-Konzept passen. Natürlich gibt es noch viel schlechtere Produkte. So findest du oft Zutaten wie modifizierte Stärke und vor allem Säuerungsmittel (Citronensäure) in Tomatensaucen.

 

Das 1×1 der Chemielabore

 

Gerade bei Citronensäure denkst du jetzt sicherlich an frische Zitronen, die gepresst werden, um die Tomatensauce etwas zu säuern und geschmacklich abzurunden. Auch mir ging das mehrere Jahre so! Die Lebensmittelindustrie nimmt diesen Begriff, weil er so herrlich natürlich klingt. Sie könnten aber genau so gut E 330 auf die Zutatenliste setzen. Na, welches Produkt würdest du wohl eher kaufen: das mit der Citronensäure oder das mit E 330? Citronensäure ist E330 und kommt eigentlich aus dem Chemielabor, wo Schimmelpilzkulturen für die Erzeugung dieser Zutat verwendet werden. Diese sind zudem auch noch häufig gentechnisch verändert, aber auf jeden Fall kostengünstiger als echte Früchte, die man früher verwendet hat.

Jetzt, wo du weißt, was Citronensäure ist: Würdest du noch Produkte kaufen, in denen sie enthalten ist? Ich denke, auf Chemie und Schimmelpilze können wir alle gut verzichten! Aber Vorsicht: Auch Bio-Produkte dürfen Citronensäure enthalten! Deswegen ist es wichtig, immer die Zutatenliste zu checken. Nur so kannst du sicherstellen, wirklich gute Produkte zu kaufen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem kleinen Beispiel der Tomatensauce zeigen, was wir unter Clean Eating verstehen und wie du cleane Produkte erkennen kannst.

 

” Essen sie Lebens-Mittel. Nicht zu viel. Und vorwiegend Pflanzen!”

 

Aber was solltest du essen?  Hierfür möchte ich Michael Pollan zitieren “Essen sie Lebens-Mittel. Nicht zu viel. Und vorwiegend Pflanzen!” Diese drei Sätze beschreiben sehr gut, wie Clean Eating funktionieren kann.

Mit Lebens-Mitteln sind echte Lebensmittel gemeint, die weder stark verarbeitet sind noch unaussprechliche Zutaten enthalten. Ganz nach meinem Tomatensaucenbeispiel! Michael Pollan beschreibt es sehr gut, indem er sagt: “Essen Sie nichts, was Ihre Oma nicht kannte.” Wenn du also beim Lesen einer Zutatenliste Begriffe nicht kennst, du so etwas nicht in deinem Schrank stehen hast und deine Oma nie davon gehört hat, dann stell das Produkt besser zurück ins Regal.

 

Nicht zu viel

 

Mit “nicht zu viel essen” ist gemeint, dass du mehr auf deinen Körper und seine Bedürfnisse hören solltest. Je cleaner du isst, umso besser wird dir dies auch gelingen. Clean Eating gehört zu den Faktoren, weshalb ich keine Diät mehr nötig habe. Durch intuitives Essen halte ich bereits seit einem halben Jahr (m)ein konstantes (Wohlfühl-)Gewicht. Und genau das alles kannst du auch haben. Clean Eating ist nämlich kein moderner Foodtrend mit lustigen Pülverchen und abgefahrenen Regeln. Es ist vielmehr eine Rückkehr zum ursprünglichen und natürlichem Essen, welches gut sättigt und den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe treiben lässt.

Früher habe ich mich ja immer veralbert gefühlt, wenn Menschen davon sprachen, intiuitiv zu essen. Sie sagten so Sachen wie: “Du musst einfach auf deinen Körper hören. Der sagt dir schon, was er braucht.” Meiner sagte jedoch andauernd: “Ich will Pizza! Und danach ein Eis! Und dann am besten noch so viel Süßkram, bis du dich richtig schlecht fühlst.” Erst im letzten Jahr ist mir klar geworden, warum intiutives Essen bei mir nie funktionierte. Raffinierter Zucker und unzählige Zusatzstoffe haben meinen Organismus massiv gestört. Wie unter Drogen gesetzt, wusste mein Körper nicht mehr, was er braucht. Also hat er nach den gewohnten “Drogen” verlangt, um den nächsten “Kick” zu erhalten. Ganz schön krass, was schlechtes Essen mit uns anstellen kann.

 

Wieso wir manchmal nicht auf unseren Körper hören können.

 

Ich muss immer wieder an den Film “Fed up” denken. Diese Dokumentation handelt von fettleibigen Kindern in den USA. Einige Kinder werden mit der Kamera begleitet und es wird gezeigt, was sie zu Hause und in der Schule essen. Wie ihr euch vorstellen könnt, waren die Eltern ähnlich fettleibig wie ihr Kinder. Da die Erwachsenen selbst nicht wussten, was eine gute Ernährung ausmacht, konnten sie auch ihren Kindern nicht vermitteln, wie man gesund isst.

Der Speiseplan der Kids bestand aus vielen Light-Produkten, die voller Zucker stecken. Häufig wurde auf angeblich gesunde Lebensmittel gesetzt. Zusätzlich hatten die Kinder in der Schule kaum die Möglichkeit, ein gesundes Mittagessen zu erhalten. In den USA werden viele Schulkantinen durch Fastfood-Firmen beliefert, die so schon versuchen, die Kundschaft von Morgen heranzuziehen. Zum Glück ist das in Deutschland ziemlich undenkbar. In der Dokumentation wird gezeigt, wie die Kinder versuchen abzunehmen, da sie bereits sehr große gesundheitliche Probleme durch ihre Fettleibigkeit erleiden.

 

Wenn das Sättigungsgefühl versagt

 

Nach Wochen harten Trainings, angeblich gesundem Essen und dem dauerhaften Versuch zu verzichten, spricht ein Mädchen in die Kamera. Ihr Gesicht ist gerötet, sie wirkt verzweifelt und Tränen kullern über ihre dicken Wangen. Schlechtes Essen bestimmt ihren Körper. Die vielen Zusatzstoffe und der ganze Zucker machen sie süchtig. Sie schafft es nicht, sich zu mäßigen, da ihr für ein Sättigungsgefühl gutes Essen fehlt. Leider kann uns falsches Essen wirklich krank und kaputt machen. Wir haben dann keine Chance, einfach weniger zu essen und auf das natürliche Sättigungsgefühl zu achten. Der Zucker und die Zusatzstoffe lassen es nicht zu! Dies beschreibt Robert Lustig in seinem Buch (Die bittere Wahrheit über Zucker) immer wieder. So zeigt er auf, was keiner wahrhaben will.

Immer wieder erzählen Vertreter der Zuckerindustrie und zahlreicher Lebensmittelkonzerne, dass ihre Produkte nicht dick machen würden, solange man sie in Maßen esse. Dass es jedoch für die meisten Menschen gar nicht möglich ist, diese Produkte nur in Maßen zu verzehren, da ihr Sättigungsgefühl massiv gestört wird, verschweigen sie dabei natürlich.

Und vorwiegend Pflanzen

 

Kommen wir jedoch zum letzten Punkt, was du bei einer cleanen Ernährungsweise essen solltest. Iss vorwiegend Pflanzen! Dein Teller sollte zu mindestens 80 Prozent aus Gemüse und Obst bestehen. Die restlichen 20 Prozent solltest du optimalerweise mit Hülsenfrüchten und Getreide auffüllen.

Hierzu zählt die ganze bunte Palette an Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten (Linsen, Kidenybohnen, Kichererbsen ect.) , Nüssen und Samen, Getreide (Quinoa, Vollkornreis, Vollkornnudeln etc.).

Aber natürlich kannst du immer noch ein Stück Fisch oder Fleisch essen. Auch diese Lebensmittel sind clean. Wenn du sie nicht als “Fisch alla Bordalaise” oder mariniert kaufst, kannst du auch hier zahlreiche cleane Lebensmittel finden.

Jetzt könntest du vielleicht auf die Idee

Clean Eating Zuccini

kommen, dass Clean Eating unheimlich teuer ist!? Da müssen wir dich enttäuschen! Wenn du dich vorwiegend von pflanzlichen Produkten ernährst, die nicht oder fast nicht industriell verarbeitet sind, wird es günstiger. Trotz des Einkaufs von Bio-Produkten musste ich vor kurzem feststellen, dass unser Haushaltskonto einen ordentlichen Zuwachs erhalten hat. Die ganzen Süßigkeiten nebenbei fallen einfach weg. Wenn wir abends auf der Couch sitzen, dann gibt es jetzt meistens Nüsse anstatt Schokolade, Kekse, Chips und Co. Das spart wirklich ordentlich Geld!

 

Fazit zum Foodtrend Clean Eating

 

Clean Eating ist eine ganz natürliche Weise, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Sie führt dazu, dass du

  • ein besseres Sättigungsgefühl erlangst

  • dich körperlich ausgeglichener fühlst

  • den natürlichen Geschmack deines Essens wieder zu schätzen weißt

  • Geld sparst

Dein Essen besteht dabei vorwiegend aus

  • pflanzlichen Produkten

  • wenigen tierischen Produkten

  • hauptsächlich unverarbeiteten Produkten

  • selbst zubereitetem Essen

 

Es handelt sich dabei nicht um einen Foodtrend, sondern um ein langfristiges Ernährungskonzept.

 

Teile uns deine Meinung mit

 

Ich hoffe, wir konnten dir das Konzept des Clean Eatings nahebringen und dich für diese natürliche Ernährungsweise begeistern. Lass uns deine Meinung zum Clean Eating wissen und schreib uns einen kurzen Kommentar. Wir würden uns sehr freuen, von dir zu hören.

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