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Gesund Essen im Urlaub – ein Erfahrungsbericht

von Sarah 12. August 2018
Gesund Essen im Urlaub – ein Erfahrungsbericht

Seit kurzem ist es amtlich: Ich habe meinen Mädchennamen abgelegt!

Da mein Mann und ich gleich nach der Hochzeit in den wohlverdienten Urlaub starten wollten, sind wir dieses Jahr von unseren Gewohnheiten abgewichen und haben einen gechillten Urlaub im 4-Sterne-Resort mit Halbpension gebucht. Wer uns kennt, der weiß: Wir stellen für gewöhnlich unsere Rundreisen selbst zusammen. Das heißt, dass wir nie lange am gleichen Ort verweilen und  maximal Übernachtung mit Frühstück buchen. Auf diese Art können wir unserer Meinung nach am besten das Land erkunden, seine Menschen kennenlernen und erfahren, wie sie leben. Aber dieses Jahr fehlten uns sowohl Zeit als auch Kraft für solch einen Urlaub.

 

Gesund essen im Urlaub – ein prinzipielles No Go?

 

Im Urlaub ist es üblich, sich  für eine gewisse Zeitspanne anders zu ernähren. Dies liegt nicht nur an der fremden Kultur und ihrer eigenen Essgewohnheit. Auch der fehlende Herd und die Tatsache, dass man sich mehr oder minder mehrere Wochen lang bekochen lässt, nehmen einem viel Freiheit in der Kontrolle des eigenen Essens. Geht man abends in verschiedene Restaurants, so helfen die uns bekannten Bewertungsportale dabei, ein passendes Restaurant für den eigenen Geschmack zu finden. Bei 14 Tagen an einem Ort ist man jedoch voll und ganz darauf angewiesen, was die Hotelküche serviert. Also hieß es: “Ab auf die Insel und überraschen lassen, was es im Hotel so zu essen gibt!”

Doch bevor wir unsere Füße auf den Boden von Mauritius setzen konnten, stand uns erst einmal ein Flug mit Emirates bevor, undzwar von Düsseldorf nach Dubai und noch einmal von Dubai nach Mauritius.

 

Menüwahl im Flieger – Emirates lässt sich nicht lumpen

 

Als der Check-In geöffnet war, mussten wir nicht nur Sitzplätze checken, sondern wollten auch das Menü auskundschaften. Meistens gibt es auf Langstreckenflügen ein Gericht mit Fleisch und ein vegetarisches Gericht. Zu meiner großen Enttäuschung musste ich feststellen, dass es zur Auswahl ein Gericht mit Fleisch und mit Hühnchen zur Auswahl gab. “Was für ein Mist!”, dachte ich mir im Stillen. Das würde natürlich direkt meine Essenspläne torpedieren, die für den Urlaub eine vegetarische Ernährung vorsahen.

Eine vegetarische Ernährung ist heute ja durchaus nichts Ungewöhnliches mehr. Also forschte ich auf der Webseite der Fluglinie nach weiteren Essensoptionen.  Nach kurzem Klicken wurde ich auch fündig und konnte aus ca. 15 verschiedenen Ernährungsweisen auswählen. Zu meiner großen Überraschung konnte ich sogar veganes Essen auswählen. Na, das war ja schon mal super! Also war ich gespannt, wie der “Praxistest” dann im Flieger klappen würde oder ob ich extra noch mal darauf hinweisen müsste, dass ich etwas Anderes bestellt hatte.

 

Gesund essen im Urlaub – ein vielversprechender Start

 

Zwei Tage später ging es dann auch schon los in die Flitterwochen. Nach kurzer Zeit in der Luft wurde auch schon für das leibliche Wohl gesorgt. Hierbei durfte ich mich wie ein First-Class-Kunde in der Econemy fühlen. Ich bekam nämlich vor allen anderen, die kein Sondermenü ausgewählt hatten, mein Essen.

Ganz hervorragend bei dem Bärenhunger, den ich hatte. Einziger Nachteil hieran: Der Getränkewagen kommt erst, wenn das restliche Essen verteilt wird. Mit diesem Umstand konnte ich aber sehr gut leben, während mein Mann neidisch auf mein Essen guckte.

Das vegane Menü war wirklich sehr lecker. Es bestand aus Gemüse, Reis und Tomatensauce, dazu gab es noch ein Brötchen und zum Nachtisch Obstsalat. Perfekt! Das war nicht nur vegan, sondern auch noch nahezu zuckerfrei.

 

So zog es sich auch durch die weiteren Mahlzeiten, die ich während unseren Fluges erhielt. Lediglich eine Marmelade beim Frühstück und einen Nachtisch überließ ich meinem Mann. So viel Zucker musste dann doch nicht sein 😉. Insgesamt war ich sehr überrascht, wie abwechslungsreich die veganen Speisen im Flugzeug waren.

 

Das Hotelbuffet – Kann es die Erwartungen an eine gesunde Ernährung erfüllen?

 

Nachdem wir gut gelandet waren und das Taxi uns sicher im Hotel abgesetzt hatte,  relaxten wir erst einmal bis zum ersten Abendessen. Stunden später waren Jan und ich dann doch sehr hungrig und stürmten das Hotelbuffet. An diesem Abend gab es ein indisches Buffet. Meine Freude war groß, denn die indische Küche gehört momentan quasi zu meinen Lieblingsküchen. Nach einem kurzen Rundgang durch den Speisesaal war klar, dass es eine große Auswahl an vegetarischen Speisen gab. Leider rühmten sie nur nicht besonders mit einer (übersichtlichen) Kennzeichnung. Hier galt es für mich, die zu den Speisen entsprechend aufgestellten Schilder zu inspizieren. Ich musste schließlich sicher gehen, ob sich Fleisch im Essen befand. Auch Kennzeichnungen wie “gluten- “oder “laktosefrei” die wir alle bereits aus sehr vielen (deutschen) Restaurants kennen, fehlten. So galt es, immer zu raten, aus welchen Zutaten wohl die Speisen bestanden.

Gesund Essen im Urlaub - Buffet

Insgesamt war das Essen jedoch reichhaltig und lecker. Hülsenfrüchte gab es leider in der gesamten Zeit sehr selten, genauso wie Vollkorn-Produkte. Es gab zwar “german bread”. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Brot mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Sirup gefärbt wurde und sich- wenn überhaupt- nur ein geringer Vollkorn-Anteil im Brot befand. Für ein richtiges Vollkornbrot war das Brot viel zu leicht und besaß eine viel zu elastische Konsistenz. Da mein Entschluss jedoch gefasst war, den Urlaub voll und ganz zu genießen und ich mir um meine Ernährung in diesen beiden Wochen nicht zu viele Gedanken machen wollte, war es mir egal. Lediglich das Dessertbuffet und die Marmeladen beim Frühstück strich ich von meinem Speiseplan.

 

Nicht so essen wie zu Hause – Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Leider fand jedoch mein Körper die Essensumstellung nicht wirklich gut. Nachdem ich mich die ersten Tage des Urlaubes mit einer fetten Erkältung samt Gliederschmerzen herumschlagen durfte, kamen dann als nächstes Verstopfungen hinzu. Von einer Ernährung mit vielen Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten auf eine Ernährung ohne diese Produkte umzuschwenken, ging also für meinen Körper nicht gut. Nachdem ich mir mit Backpflaumen und Leinsamen behalf (funktionierte leider nur bedingt), musste ich tatsächlich zum Abführmittel greifen. Das erste Mal in meinem Leben, das ich so etwas genommen habe. Da es aber kein Essen gab, was meine Verdauung in Schwung bringen konnte und ich mit dem dicken Bauch (man hätte meinen können, ich wäre hochschwanger) nicht mehr herumlaufen konnte, ging es nicht anders, als zur Tablette zu greifen.

Gesund Essen im Urlaub

Auf die Chemiekeule folgte die Erleichterung und ich konnte endlich wieder etwas essen. Die frisch zubereiteten Nudeln und ein Stück Pizza am gleichen Abend schien mein Körper ganz gut zu vertragen. Somit klammerte ich mich daran, dass ich mit diesem Essen eventuell bald meine Beschwerden los sein könnte. Auf die Antwort meines Körpers musste ich jedoch nicht lange warten: Am folgenden Tag erwartete mich Durchfall und ein erneuter „Schwangerschaftsbauch“. Solche starken Beschwerden hatte ich noch nie im Leben.

Normalerweise schlafe ich nachts auf dem Bauch. Der war aber so aufgebläht wie noch nie zuvor. Essen konnte ich die nächsten Tage nur bedingt und wirklich hungrig war ich trotz des anhaltenden Durchfalls auch nicht.

Ich konnte mir nur nicht erklären, worauf mein Körper so stark reagieren mochte. Bis ich dann auf die Idee kam, dass es möglicherweise die Milchprodukte sein könnten. Klar, ich hatte im letzten halben Jahr fast gar keine Milchprodukte mehr zu mir genommen. Ab und zu, wenn es mal eine Pizza gab. Aber das war nur ungefähr alle 1-2 Monate. Hatte ich jetzt die Blähungen von der Laktose? Ich konnte mich zumindest nicht erinnern, dass mein Körper bisher auf Laktose so reagiert hatte. Aber vielleicht hatte ich es ja auch einfach übertrieben? Eine Portion Nudeln mit 2 Esslöffeln Käse plus ein Stück Pizza Quatro Formagie ist nicht gerade eine kleine Portion. Vielleicht waren auch Magen und Darm mittlerweile total überreizt?

 

Laktoseintoleranz durch eine vegane Ernährung?

 

Zumindest hatte ich schon häufig gelesen, dass laktoseintolerante Menschen beim Verzehr von Laktose mit Blähungen, Völlegefühl, Durchfällen und Darmkrämpfen zu kämpfen haben. Alles Reaktionen des Körpers, die sehr gut meine Lage nach einem Abendessen beschrieben. Normalerweise produziert der Körper Laktase, um den Milchzucker  im Dünndarm aufzuspalten. Von Laktoseintoleranz spricht man, wenn der Körper nicht mehr genug Laktase produziert und der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm gelangt. Darmbakterien fangen dann im Dickdarm an, den Milchzucker zu vergären. Dabei entstehen Gase wie Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff. Diese Gase können dann unter anderem zu Blähungen.

 

Probieren geht über studieren

Ich habe in den letzten Tagen des Urlaubs dann komplett auf Laktose verzichtet, um es einfach zu testen. Was sollte da auch noch schlimmer werden? Es stellte sich auch tatsächlich eine Besserung ein, bis ich wirklich wieder Hunger hatte und relativ normal essen konnte. Ob es tatsächlich an der Laktose lag, kann ich aber nicht sagen.

Jetzt, wo mein Körper sich wieder im grünen Bereich befindet und ich das leckere, heimische Essen genieße, stellt sich mir natürlich immer noch die Frage, ob die Laktose mir solche Probleme bereitet hatte.

 

Gesund Essen im Urlaub - Kokosnüsse

Ich habe versucht herauszufinden, ob eine vegane Ernährung im Zusammenhang mit einer Lakoseintoleranz stehen kann. Gesicherte Forschungsergebnisse sind auf dem Gebiet allerdings noch nicht zu finden. In einigen Foren konnte ich zumindest lesen, dass sich für eine generelle Laktoseintoleranz mehrere Generationen vegan ernähren müssten. Erst dann würde sich die Laktoseintoleranz in unseren Breitengraden ausweiten. Ähnlich, wie man es von asiatischen Völkern kennt.

 

Bei meinen Recherchen bin ich jedoch auf einen Zusammenhang zwischen Darmkrankheiten und einer vorübergehenden Laktoseintoleranz gestoßen. Diese soll sich nach der Genesung aber wieder legen. Ich werde es auf jeden Fall im Auge behalten und noch einmal in ein paar Wochen testen, wie mein Körper zur Laktose steht.

 

Was heißt das nun alles für die eigenen Essgewohnheiten im Urlaub?

Planst du, deinen wohlverdienten Urlaub in einem Hotel zu verbringen? Dann bist du abhängig von dem, was im Hotel serviert wird. Bestehen Unverträglichkeiten, wie eine Gluten- oder Laktoseintoleranz, so solltest du dies besser bereits vor Reiseantritt dem Hotel mitteilen.

Bist du Vegetarier, so ist meiner Erfahrung nach eine fleischfreie Ernährung in einem Hotel ohne größere Probleme möglich. Einschränkungen durch eine bestimmte Ernährungsweise, wie Clean Eating oder zuckerfrei, sind in dieser Zeit vermutlich nicht immer zu 100 % umsetzbar. Hier hast du aber immer die Möglichkeit, die beste Wahl zu treffen. Statt Pommes mit Ketchup und einem Burger kannst du auch zur Pasta in Tomatensauce mit frischen Kräutern greifen. Statt der in extra viel Zucker flambierten Banane bieten erfrischende Wassermelone, knackige Trauben und goldgelbe Ananas eine tolle Alternative zum zuckrigen Nachtisch. Manchmal lohnt es sich einfach nachzufragen.

Gesund Essen im Urlaub

Findet du auf dem Buffet etwas nicht, was dir wichtig ist, so trau dich ruhig, beim Kellner nachzufragen. Du wirst überrascht sein, was die so manches Mal noch der Küche entlocken können. Auch in unserem Hotel konnte ich keine Pflanzenmilch auf dem Frühstücksbuffet finden. Auf Nachfrage erhielt ich aber zu meiner großen Freude jeden Morgen meine Sojamilch.

 

Mein Fazit zum gesunden Essen im Urlaub

Mein Fazit zum gesunden Essen im Urlaub: Am einfachsten ist es, wenn man sich in einem Ferienhaus einmietet und nicht jeden Tag essen geht. So kann man einen Großteil der Mahlzeiten selbst bestimmen. Entscheidet man sich für eine Unterkunft im Hotel mit Halb- oder Vollpension, so ist es sinnvoll, vorab das Hotel auf sein serviertes Essen zu checken. Möchte man sich weiterhin strikt vegan, paleo oder zuckerfrei ernähren, so macht es Sinn, diese Besonderheit dem Hotel vorab mitzuteilen bzw. abzuklären, ob das Hotel dies leisten kann. Auch gibt es Hotels, die sich auf eine Ernährungsweise spezialisiert haben, so z. B. vegane Hotels. Diese sind dann komplett auf eure Ernährungsweise ausgerichtet und sorgen dafür sorgen, dass ihr euren Urlaub – auch in Bezug auf euer Essen – voll und ganz genießen könnt.

Gesund Essen im Urlaub - Mauritius

Ob ihr im Urlaub mal nicht so streng mit euch seid und in der Urlaubszeit darauf verzichtet, dass z. B. alles komplett zuckerfrei sein muss, bleibt natürlich euch überlassen. In Sachen “zuckerfreies Leben” kann ich aber nur sagen, dass man hier auch mal beide Augen zudrücken kann. So habe ich es jedenfalls in diesem Urlaub gehandhabt. Beispielsweise hatte ich an einem Tag Pancakes mit etwas Obst und Ahornsirup zum Frühstück. Das musste einfach mal im Urlaub sein! Ich habe alles vom Buffet gegessen, ohne nach dem Zuckergehalt zu fragen. Nur um den Desserttisch beim Abendessen habe ich einen großen Bogen gemacht. Das fiel mir aber auch wirklich nicht schwer.

 

Meine größte Überraschung auf der gesamten Reise war, dass die von uns gewählte Fluggesellschaft wahnsinnig gut bei der Essensauswahl aufgestellt war. Mich hat sie mit sehr leckerem veganen Essen überzeugen können.

In diesem Sinne macht euch einen Schlachtplan und genießt anschließend euren Urlaub.

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