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Naturkosmetik – Weil du es dir wert sein solltest!

von Lea
Naturkosmetik – Weil du es dir wert sein solltest!

[unbezahlte Werbung wegen Verlinkung! Alle Produkte wurden selbst gekauft!]

Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen scheint

 

Der Werbeslogan einer bekannten Kosmetik-Linie lautet “Weil ich es mir wert bin”. Diesen Slogan möchte ich gerne ein klein wenig ändern. Denn wenn du es dir wert sein solltest, dürftest du die Produkte dieser Kosmetik-Linie gar nicht nutzen. Warum, fragst du dich? Aufgrund meiner Neurodermitis-Erkrankung musste ich schon früh bewusst auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika achten. Besonders bei Hautcremes oder Duschgels mit Parfum habe ich unter Hautausschlägen gelitten. Doch da war mir der Begriff “Naturkosmetik”  noch lange fremd. Wie kam der Wandel?

Vor wenigen Jahren hat ein generelles Umdenken bei mir stattgefunden. Ich wollte zum einen mehr aktiv dazu beitragen, die Umwelt zu schützen. So habe ich etwa letztes Jahr mit dem bewussten “Plastikfasten” begonnen. Zum anderen hatte ich in diesem Zusammenhang dank eines Greenpeace-Beitrags davon erfahren, dass etliche Kosmetik-Produkte Plastikpartikel enthalten. Zunächst war ich geschockt: Meine Gesichtscreme, von der Kosmetikerin meiner Mutter empfohlen, enthielt einige von Greenpeace-deklarierten schädlichen Inhaltsstoffe. Ich wollte etwas ändern! Mir wurde schnell bewusst, dass ich auf Naturkosmetik umsteigen muss. Doch was macht Naturkosmetik aus?

 

Naturkosmetik – ein Buch mit sieben Siegeln?!

 

Zu Ostern schenkte mir meine Mutter eine Handcreme. Beschämend lehnte ich ihr Geschenk mit den Worten ab, ich wolle meine Hände nicht mit Plastik einschmieren. Meine Mutter verstand zunächst nicht. Ich konnte ihr auch gar nicht böse sein. Sie war auf das derzeitige “Greenwashing” hereingefallen. Viele Hersteller werben momentan mit “naturnaher” Kosmetik: Sie preisen natürliche Inhaltsstoffe an, drucken Worte wie “bio”, “vegan” oder “tierversuchsfrei” auf. Damit sind die Produkte der Firmen aber nicht automatisch Naturkosmetik!
Laut der Dortmunder Drogistin und Betriebswirtin Elfriede Dambacher (NRZ Beitrag vom 30.01.2018) macht Naturkosmetik folgendes Merkmal aus: “Alle Inhaltsstoffe sollen sich wieder in den Naturkreislauf zurückführen lassen, ohne die Umwelt zu belasten.” So wird zum Beispiel auf Mineralöl verzichtet, ebenso wie auf Stoffe aus der Gruppe der Polyethylenglykole (PEG).

 

Woran erkennst du Naturkosmetik?

 

Doch was hätte meiner Mutter bei der Auswahl meiner Handcreme geholfen? Woran erkennst du Naturkosmetik? Die in Deutschland häufigsten Siegel sind “Natrue” und “BDIH”, die strenge Anforderungen an die Hersteller stellen. Einheitliche Richtlinien gibt es allerdings noch nicht. Und auch hier gibt es noch einmal Unterschiede! Denn Naturkosmetik muss nicht zwingend Biobestandteile enthalten. Ein Biosiegel wie bei Lebensmittel gibt es für Kosmetik (noch) nicht.

Und wie sieht es mit Tierversuchen aus? Seit 2013 sind Tierversuche mit Kosmetik in der EU verboten. Aber auch ich ließ mich zu Beginn meiner Umstellung auf Naturkosmetik durch die Bezeichnung “tierversuchsfrei” irreführen. Mein vermeintlich “gutes” Duschgel war zwar tierversuchsfrei. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe verriet mir dann leider, dass es Polyquaternium enthielt. Dieser Stoff kommt häufig in Verbindung mit Acrylamid, einer krebserregenden Substanz, vor. Polyguaternium ist nicht biologisch abbaubar und wird häufig als Ersatz für Silikone verwendet. Damit du die Übersicht behälst, hier eine “Einkaufshilfe” von Greenpeace.

 

Grafik von Greenpeace

Grafik von Greenpeace

Mehr zu finden unter Greenpeace.

Anregungen gefällig?

 

Im Folgenden möchte ich dir ein paar Produkte aus dem Bereich der Naturkosmetik vorstellen, mit denen ich persönlich gute Erfahrungen gemacht habe. Beachte aber bitte, dass jede Person individuelle Bedürfnisse im Hinblick auf Kosmetik besitzt und unterschiedlich auf Kosmetika reagiert.

 

1. Haarpflege

Zu Anfang meiner Umstellung auf Naturkosmetik habe ich Haarshampoos verschiedener Naturkosmetik-Anbieter probiert, preisgünstige und teure Produkte. Bei den meisten Haarshampoos hatte ich wegen meiner blonden Strähnchen das Problem, dass sich meine Haare nach der Haarwäsche nur unter schmerzverzerrtem Gesicht kämmen ließen. Lange Zeit war für mich eine Kompromisslösung, eine gute Spülung/ Haarkur (z.B. “Feuchtigkeits-Haarspülung, Anti-Frizz-Effekt” von sante oder “Glanz-Haarkur, Bio-Zitrone und Bio-Aprikose” von alverde) zu nutzen. Manchmal hilft aber einfach nur reden! Eine liebe Freundin gab mir – eigentlich im Rahmen meines Plastikfastens- den Tipp, Haarseife zu verwenden. Sie warnte mich davor, meinen Haaren ein wenig Geduld bei der Umstellung auf Haarseife zu schenken. Ihre empfohlene Haarseife werde ich dir auch guten Gewissens nennen können: “Haarwaschseife Melisse” von Savion. Savion bietet eine Vielzahl an Seifen an, die alle mit Ölen aus biologischem Anbau hergestellt sind und auf Palmöl verzichten. Hier findest du weitere Produkte von savion: Seifen von Savion

Die Haarseife pflegt so gut, dass ich die Haare ohne Spülung bzw. Kur und ohne Gesichtsverkrampfungen kämmen kann. Noch begeisterter bin ich jedoch von dem festen Haarshampoo “Kornblume-Zitrone” der Rosenrot Manufaktur, das ich mit Sarah auf dem Grünen Markt in Düsseldorf ausgesucht hatte. Ich muss gestehen: Meine Haare rufen aktuell förmlich nach einem Friseurtermin, der Ansatz lässt sich mit keinem Trick mehr kaschieren. Dieses feste Haarshampoo schafft es dennoch, dass meine Haare so golden glänzen, dass ich mich wie ein Engel fühle und den Friseurtermin noch um eine Woche hinauszögern werde.

 

2. Körperseife

Als Körperseife nutze ich derzeit eine Verveine-Olivenöl-Seife, die ich mir auf dem Frankreichfest in Düsseldorf gegönnt hatte. Parallel dazu kommt ab und zu mein Andenken, die Körperseife “Bio Ringelblumen” des Tiroler Kräuterhofs aus meinem Tirol-Urlaub, in Gebrauch. Wenn du deinen nächsten Urlaub nicht am Achensee verbringen kannst oder möchtest, hier kannst du die Produkte online bestellen: Seifen aus Tirol
Falls du lieber eine flüssige Seife verwenden möchtest, kann ich etwa das Duschgel von Alverde empfehlen.

 

3. Deodorant

Bei Deos hatte ich zunächst gute Erfahrungen mit dem Deo Roll-on “Minze Bergamotte” von alverde gemacht. Es gibt auch genügend Zerstäuber, wenn du keinen Roller magst. Seit einiger Zeit nutze ich allerdings Deocreme und bin positiv überrascht, wie wenig Menge ich an Deocreme benötige. Die bio-Cremedeodorants von PonyHütchen möchte ich dir auf jeden Fall empfehlen. Ich persönlich habe über die kalte Jahreszeit den Duft “Kuscheldecke” verwendet und bin zum Frühjahr auf “supervixen” (Mango und Vanille) umgestiegen. Toll ist hier, dass Ponyhütchen auf Aluminiumsalze verzichtet, vegan, handgemacht und bio ist. Falls du deinen Achseln eine Duftprobe gönnen möchtest, klick hier: Deo-Creme PonyHütchen

 

4.Körperpflege und Gesichtsreinigung

Für die Körperpflege verwende ich derzeit noch das “Soft-Öl-Balsam” von Alverde, das meine trockene Haut sehr gut pflegt. Allerdings möchte ich in naher Zukunft auf eine Alternative mit plastikfreier Verpackung umsteigen.

Zur Gesichtsreiningung verwende ich den “Sheabutter Cleanser” von Martina Gebhardt. Hier muss ich sogar verraten, dass ich einen Test gemacht habe: Ich habe mein Gesicht zunächst mit einer anderen Reinigungsmilch aus dem Drogeriemarkt abgeschminkt und direkt im Anschluss das Gesicht nochmals mit dem Cleanser von Martina Gebhardt gereinigt. Ich war schockiert darüber, wie viel Restbestände der Schminke bei der zweiten Reinigung noch entfernt wurden!

 

5. Zahnpflege

Zur Zahnreinigung nutze ich eine elektrische Zahnbürste und auf Reisen die Bambuszahnbürste von Hydro Phil, die man online bestellen kann, aber auch in vielen Bioläden zu erwerben ist. Bei Zahnpasta habe ich wirklich lange suchen müssen, bis ich glücklich geworden bin. Manche Zahnpasten schmeckten mir absolut nicht oder erschienen von der Konsistenz eigenartig. Zur Zeit nutze ich die “Zahncreme Bio-Minze” von Alterra und die “Zahncreme Basis sensitiv classic” von lavera im Wechsel.

Und sonst???

Im Bereich Schminke kann ich dir lediglich empfehlen, dich auszuprobieren. Gerade bei Mascara habe ich längere Zeit benötigt, ein Produkt zu finden, das keine Fliegenbeine macht und nicht verklebt. Schließlich bin ich in der Drogerie, bei Alverde fündig geworden. Der “maximize volume lashes”, ist bisher das beste Produkt, dass ich finden konnte.

Zuletzt möchte ich dir nahelegen, dich immer wieder mit anderen über Erfahrungen mit Naturkosmetik auszutauschen und manchmal etwas Geduld mitzubringen. Weil du es dir wert bist!

 

Selbstgemachte Naturkosmetik? So geht’s!

Zum Schluss noch ein prickelnder Frischmacher. Selbst gemachtes Minze-Meersalz-Peeling!

1 Handvoll frische Minze klein hacken, mit 5 EL grobkörnigem (für den Körper)/ feinkörnigem (für das Gesicht) Meersalz vermischen und Olivenöl hinzufügen, bis eine streichfähige Masse entsteht.

Wende das Peeling am besten einmal wöchentlich für Gesicht und Körper an. Es befreit die Haut von abgestorbenen Hautzellen, Bakterien sowie Verstopfungen. Zudem regt es die Durchblutung an, was die Haut wieder frischer aussehen lässt!

Deine Meinung ist gefragt!

Verrate uns deine Erfahrungen zur Naturkosmetik! Wir sind gespannt, wie es dir mit dem Thema ergeht!

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3 Kommentare

Natürlich Schöner 24. April 2018 - 08:44

Toller Beitrag 🙂

Das Kornblume-Zitrone-Shampoo von Rosenrot (das ist übrigens ein festes Shampoo und keine Haarseife, das ist ein Unterschied) mag ich auch sehr. Ich kaufe das immer hier im Unverpackt-Laden.

Auch die Reinigungsmilch von Martina Gebhardt finde ich toll. Allgemein ist die Sheabutter-Serie eine meiner absoluten Favoriten.

LG Michaela

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Lea 24. April 2018 - 13:43

Dank Dir für dein nettes Feedback!
Die Unterscheidung zwischen festem Shampoo und Haarseife war mir noch nicht bekannt – ich habe die Bezeichnung direkt geändert – danke für den Hinweis! 🙂
Ich überlege momentan auch, mir die Sheabutter Creme noch als Gesichtspflege zu kaufen.

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Naturkosmetik im April 2018 – aufgebraucht, nachgekauft, neu entdeckt 17. November 2018 - 08:04

[…] but not least gab es bei Rheinbiologisch einen wunderbaren Beitrag, warum man es sich wert sein sollte, Naturkosmetik zu […]

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