Home Nachhaltigkeit “Weniger ist mehr!” – Mein Projekt des Konsum – Fastens

“Weniger ist mehr!” – Mein Projekt des Konsum – Fastens

von Lea
Konsumfasten

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung aufgrund von Namensnennung.]

“Wie, du hast die Schuhe seit unserem gemeinsamen Kauf noch nicht getragen?” Diese Frage stellte mir eine Freundin, mit der ich gemeinsam ganz stolz ein Paar richtig schicke Stiefeletten ergattert hatte. Mein schlechtes Gewissen meldete sich sofort. Denn tatsächlich – ich hatte sie nach zwei Monaten immer noch nicht getragen! Oft konsumiere ich etwas und warte dann auf “den richtigen Moment”. Im Bad wandert mein Blick dann auf die in Reih und Glied gestellten Lippenstifte. Wirklich tolle Dinger, die mit meinen Lippen aber viel zu selten in Berührung kommen.

 

Konsumfasten
Hamstern von Kosmetik-Produkten

Manchmal stelle ich mir sogar beim Blick in den Kleiderschrank die Frage: “Wie konntest du dir dieses Shirt bloß kaufen?” Um mein Gewissen zu beruhigen, teile ich dir gerne mit, dass alle meine Lippenstifte Naturkosmetik sind, ich viele meiner Kleidungsstücke schon jahrelang trage, einige sogar fair gehandelt und aus Bio-Baumwolle sind. Doch ist das nachhaltig genug? “Weniger ist mehr”! Schon bei meinem Plastikfasten verfolgte ich dieses Motto. Wieso nicht auch in Bezug auf mein Konsumverhalten? So war meine Idee des Konsumfastens geboren.

“Weniger ist mehr!” – Wenn meine Kleidungsstücke dran glauben müssen

Aber zunächst verlangt der Kleiderschrank nach mir. Genauer genommen nach einem großen Entrümpelungstag. Denn bei meiner letzten Bügel-Eskapade musste ich mit Erschrecken feststellen: Ich besitze zu wenige Kleiderbügel, um alle meine Kleidungsstücke aufzuhängen. “Was für ein Luxus”, denke ich mir. Und schäme mich gleichzeitig. Mir wird nämlich bewusst, dass ich so manche Male ein Kleidungsstück aus rein emotionalen Gründen gekauft habe und nicht, weil ich es benötige. Die letzte stressige Klausurphase und zack, war das Kleid doch eine tolle Gelegenheit, um mich für meinen Fleiß zu belohnen. Durch Konsum erhoffen wir uns oft Zeitersparnis, oder eine Leere zu füllen, Unterhaltung, mehr Wohlbefinden oder eine Steigerung unseres Selbstwertgefühls. Vermutlich ist dir das auch im Stillen genauso bewusst wie mir. Zumindest ist dies meine Hoffnung – denn ich brauche doch Verbündete! Spaß nun aber einmal beiseite.

Die Kehrseite unseres Luxus: Leben im Überfluss 

Laut Greenpeace werden jedes Jahr allein mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Wir leben im totalen Überfluss. Allein in Europa werden laut Greenpeace jährlich ca. 5,8 Millionen Tonnen Kleidung weggeworfen. Davon enden 75 % auf der Müllkippe oder werden verbrannt. US-Bürger entsorgen jedes Jahr 10,5 Millionen Tonnen Kleidung. So war ich total verblüfft, als meine Freundin Theresia mir letztens erst zwei gute Markenpullover schenkte. Diese hatte sie bei ihrem Aufenthalt in den Staaten in einem Caritas-Laden gekauft. Sie meinte, in den USA werde massenweise Kleidung weggegeben- teilweise sogar ungetragen! Du fragst dich gerade auch, was du gegen diese Wegwerf-Mentalität tun kannst? Fang bei dir an!

Wir möchten dir deshalb mehrere Möglichkeiten vorstellen, wie auch du ein Zeichen gegen den Massenkonsum setzen kannst.

Wie eine Trennung dir dabei hilft, neue Wege zu finden – Der Frühjahrsputz kann kommen! 

Da aktuell der Frühling ruft, die Temperaturen steigen, somit deine Norweger-Pullis gegen luftige Shirts getauscht werden können, bietet sich ein Entrümpeln (deines Kleiderschranks) doch förmlich an. Zumal Marie Kondo und ihr Minimalismus-Liefstyle derzeit in aller Munde ist. Du kannst also zunächst einmal gemäß ihrer Strategie jeden deiner Gegenstände bzw. jedes deiner Kleidungsstücke in die Hand nehmen. Frag dich dann, ob dieser Gegenstand oder dieses Kleidungsstück dich aktuell glücklich macht oder in Zukunft Glücksgefühle bei dir hervorrufen wird. Hinterfrage, ob du diesen Gegenstand wirklich noch benötigst. Denn Dinge kosten Lebenszeit.

Umgeben wir uns also lieber mit wenigen schönen Dingen. Ganz nach der Devise “Zeit statt Zeugs”. So wird sich bei dir schnell ein Gefühl von Klarheit und Freiheit ausbreiten. Das heißt nicht, sich von allem trennen zu müssen. Manchmal sind es ganz banale Dinge, die dir ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Manchmal haben Gegenstände oder Kleider ihre ganz eigene Geschichte. Dann werden diese Dinge dir auch weiterhin Gutes tun und sollen ihren Platz neben dir behalten. Auch längst Vergangenes kann immer noch Freude in dir erzeugen, die dir im Hier und Jetzt den Weg erleichtert.

Wie? Du fühlst dich immer noch nicht gut? Eventuell liegt es daran, dass du vor dem nächsten Rätsel stehst: Wohin nun mit all dem Kram? Schau doch einmal hier vorbei.

Sich mit einem guten Gefühl trennen: Tauschen 

Oder mach es wie einige meiner Freundinnen und ich. Sei “hipster”, reduziere deinen Konsum und fang an zu tauschen, zu leihen oder zu verschenken. Ich kann es dir nur empfehlen! Mit Sarah tausche ich regelmäßig Dinge. Sie schenkte mir etwa vor kurzem einen tollen Blazer, den sie nicht mehr trägt. Von mir bekam sie im Tausch einen Pullover, den ich nicht mehr anziehe. Einer Kollegin erzählte ich vom anstehenden Mallorca- Urlaub. Am nächsten Tag hatte ich ihren Wanderführer mit einer lieben Notiz auf meinem Arbeitsplatz liegen.  Nachhaltig reisen – mit dem Reiseführer beginnt es.

Leihen macht nicht nur Spaß, sondern verringert auch deinen Konsum
Nachhaltig reisen – mit dem Reiseführer beginnt es

Aufgrund meiner Fruktose-Intoleranz habe ich einige Lebensmittel ausmisten müssen. Mit Blick auf den Berg an Lebensmitteln stellte sich mir auch die Frage: “Wohin damit?” Schön, wenn einem genau in solchen Momenten der Kalender weiterhilft.

Konsumfasten
“Des einen Freud ist des anderen Leid” – hier ins Positive gewandelt! 

“Darf es (doch) etwas mehr sein?” – Wenn dein Kleiderschrank zu wenig zu bieten hat

Auch wenn ich meinen Konsum drastisch reduziert habe. Natürlich benötige auch ich ab und an neue Kleidung. Doch wie kann ich ein Zeichen gegen die FastFashion-Mentalität setzen und nachhaltig shoppen? Generell gilt es, sich diese drei Fragen vor einem Kauf zu stellen: 

  1. Wie oft werde ich diese Kleidung tragen?
  2. Wie lange wird diese Kleidung halten?
  3. Wie viel FastFashion habe ich eigentlich schon?

Weitere Möglichkeiten, unseren Konsum einzuschränken, haben Sarah und ich in der letzten Zeit ausprobiert und möchten sie dir gerne empfehlen.

Oma und Opa als Trendsetter?! – Secondhand und Vintage

Oma und Opa oder auch Mama und Papa sind nicht mehr “oldschool”. Sie werden immer mehr zu Trendsettern für die aktuelle Mode. Lass dich einfach einmal darauf ein und besuch einen Secondhandladen oder shoppe Vintage-Mode. Zum Beispiel bei Oma Klara: Online-Vintage-Shop. Du fragst dich gerade, wo der Unterschied zwischen Secondhand und Vintage liegt? Unter Vintage-Mode versteht man Kleidung, die mindestens 30 Jahre alt ist. Demnach ist Secondhand alles, was U30 ist. Doch egal wie alt, diese Kleidung erhält durch deinen Kauf ein zweites oder drittes Leben und somit mehr Wertschätzung. Denn weil Mode heute für uns immer und überall verfügbar ist, gehen wir oft sorglos damit um. Für meine Mutter zum Beispiel ist es selbstverständlich, dass Socken mit einem Loch gestopft werden. Abgetragene Schuhe landen nicht in der Tonne. Sie werden vom Schuster neu besohlt.  

Reparieren anstatt konsumieren
Schuster schenken deinen Schuhen neues Leben!

So erzählt sie mir auch, dass meine Oma damals häufig zu ihr sagte: “An deinen Füßen darfst du nicht sparen, Kind. Lieber ein Paar ordentliche Schuhe anstatt vier Paar günstige.” Qualität statt Quantität also.

Kleidung ein weiteres Leben schenken. Diese Chance wollten auch Sarah und ich bei einem Kleidertausch nutzen. Veranstaltet wurde dieser von einem unverpackt Laden. Wir hatten jeweils vier Kleidungsstücke mitgebracht, die wir mit anderen tauschen konnten. So erfreue ich mich nun an zwei hübschen Pullis, während gerade vielleicht jemand meine schwarze Jeans trägt. 

Ein Kleidertausch hilft dabei, den eigenen Konsum zu reduzieren
Das Ergebnis meines Kleidertauschs

Du hast die Wahl! – EcoFashion statt FastFashion 

Du hast die Wahl. Qualität statt Quantität. Das bedeutet auch: Ein Zeichen gegen FastFashion zu setzen und sich für EcoFashion zu entscheiden. EcoFashion zeichnet sich dadurch aus, dass die Materialien als auch die Produktion der Kleidung zum einen nachhaltig und zum anderen fair sind. So tust du bei deinem Konsum nicht nur dir etwas Gutes, sondern auch deinen Mitmenschen und der Umwelt.

Vor deinem inneren Auge siehst du nun bunte Röcke aus Filz oder altmodische Strickjacken? Keine Sorge! Mittlerweile gibt es viele Unternehmen, die moderne faire Mode anbieten. Achte bei deinem Kauf auf Gütesiegel, wie etwa “Fairtrade”, “Gepa”, “GOTS, “Fair Wear”, “IVN Best”. Diese bestätigen dir, dass die Kleidung chemikalienfrei und fair produziert ist. 

Mit EcoFashion zu nachhaltigem Konsum
Nachhaltige Mode muss nicht langweilig sein

Inspiration bekommst du etwa auch auf dem Blog von Marie Nasemann Fairknallt. Dort erfährst du, dass nachhaltige Mode nicht nur ökologisch und fair ist, sondern auch richtig Spaß machen kann. Fair-Fashion-Marken und Stile kannst du außerdem mit der App “faer” entdecken. Eine Übersicht über EcoFashion-Stores bekommst du unter getchanged oder Greenpeace.

Interessante Informationen zu den Themen “Vintage” und “FairFashion” findest du außerdem auf dem Blog der “Fashion Changers” Nina und Jana, die sich gesünderen Konsum zum Ziel setzen.

“Upcycling” oder wie meine Oma sagte: “Aus Alt mach Neu!”

“Upcycling”. Ein Begriff, der als Wort des Jahres vorgeschlagen werden könnte. Während die frühere Generation aus der Not heraus aus Alt Neu machen musste, so entwickelt sich Upcycling heute zu einem Trend. Umso schöner, wenn dieser Trend gleichzeitig zu weniger Konsum und somit zu einem nachhaltigeren Leben beiträgt. Aus zerschlissenen Jeans werden zum Beispiel Rücksäcke genäht, aus aufgetragenen Schuhen Portemonnaies hergestellt. Ein anschauliches Beispiel für Upcycling bietet die Designerin Carina Bischof (33), die gemeinsam mit drei Kollegen das Upcycling-Label “aluc” gegründet hat. Aus Stoffresten einer österreichischen Weberei, die sonst auf der Müllhalde landen würden, entstehen moderne Hemden und Blusen. Falls du das Projekt unterstützen möchtest, schau mal hier vorbei.

Ist dir “Upcycling” zu “trendy”? Du setzt auch schon ein Zeichen gegen FastFashion, indem du Dinge selber machst! Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen: Das macht verdammt viel Spaß! Zwei Freundinnen haben mir zu meinem letzten Geburtstag Stoff geschenkt, aus dem ich dann mit ihrer Hilfe einen Jute-Beutel nähen sollte. Das hat mir so Freude bereitet, dass ich mich zu einem Nähkurs angemeldet habe. Als erstes Projekt nähte ich mir eine Beanie-Mütze. Da war ich schon stolz wie Oskar. Doch einen riesigen Freudentanz veranstaltete ich, als ich meinen ersten selbstgenähten Rock in den Händen hielt. In diesem Moment vertand ich: Dieser eine Rock schenkt mir mehr Freude als fünf gekaufte Röcke zusammen!  

Konsumfasten
Entdecke auch du deine kreative Ader!

Und was kommt nach der Fastenzeit?

Dann soll natürlich nicht Schluss sein! Wenn du mehr über nachhaltigen Konsum wissen möchtest oder Inspirationen für deinen nächsten nachhaltigen Shopping-Trip suchst, schau gern hier vorbei.

Oder steck deine Nase in das Buch “Einfach anziehend” von Kirsten Brodde und Alf-Tobias Zahn. Dieser Guide zeigt dir, wie du in zehn Schritten zu einer nachhaltigen Garderobe gelangst. 

Den Konsum zu reduzieren ist ein (erster) Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Möchtest du weitere Schritte zu einem nachhaltigen Leben gehen, findest du auf der Seite von ecoyou viele tolle Tipps.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Hinterlasse einen Kommentar