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Wie funktioniert natürliches Färben mit Pflanzenhaarfarbe?

von Sarah
Wie funktioniert natürliches Färben mit Pflanzenhaarfarbe?

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Viele Dinge in unserem Leben machen wir aus Gewohnheit. Genau so selbstverständlich wie ich mir jeden Tag die Zähne putze, gehe ich alle zwei Monate zum Friseur und lasse mir die Haare färben. Meine Friseurin verwendet- wie ein Großteil der Friseure- chemische Haarfarbe. Es gibt nur wenige Friseursalons, die sich auf das Färben mit Pflanzenhaarfarbe spezialisiert haben. Nachdem ich vor ca. zwei Monaten meine komplette Kosmetika bereits auf Naturkosmetik umgestellt habe und dabei sehr schockiert war, was ich mir täglich für hormonverändernden Dreck ins Gesicht geschmiert habe, stand als Nächstes meine Haarfarbe auf dem Prüfstand.

Also habe ich meine Friseurin gefragt, welche Farbe sie verwendet. Mit Codecheck habe ich dann geprüft, wie es um die Inhaltsstoffe steht. Schnell musste ich feststellen, dass ich nie wieder diese Farbe auf meinem Kopf haben möchte. Neben mehreren sehr bedenklichen Inhaltsstoffen kamen auch einige hormonverändernde Stoffe hinzu. Mehr als 15 Jahre färbe ich bereits regelmäßig meine Haare und ich habe mir wirklich noch nie Gedanken darüber gemacht, ob sich die Haarfarbe negativ auf meine Gesundheit auswirken könnte. Seitdem ich aber in letzter Zeit alle meine Gewohnheiten hinterfrage, war es auch irgendwann mal an der Zeit, sich über das Haarefärben Gedanken zu machen.

Was ändern – aber wie?

Nach dem ersten Schock über die Inhaltsstoffe kam dann die Überlegung, eine weniger bedenkliche chemische Haarfarbe zu verwenden. Ich mach es kurz und knapp. Nachdem ich wirklich sehr viele Haarfarben mit der App Code Check geprüft habe, musste ich irgendwann resigniert feststellen, dass es wirklich gar keine chemische Haarfarbe gibt, die man bedenkenlos verwenden kam. Ein Fakt, den ich zu Beginn meiner Recherche nach einer neuen Haarfarbe noch nicht akzeptieren wollte.

Also blieb mir nichts Anderes übrig, als entweder mit einem unansehnlichen Haaransatz durch die Gegend zu laufen oder mich mit Pflanzenhaarfarbe zu beschäftigen. Die erste Frage, die ich mir stellte: Funktioniert natürliches Färben mit Pflanzenhaarfarbe genau so gut wie mit chemischer Haarfarbe? Also las ich viel im Internet, befragte meine Friseurin und Youtube. Die Meinungen waren sehr gemischt. Während die einen die Anwendung von Pflanzenhaarfarbe in den Himmel lobten, hielten die Anderen rein gar nichts von dem natürlichen Färben mit Pflanzenhaarfarbe.

Meine Entscheidung machte es nicht wirklich einfacher, zumal meine Friseurin darauf hinwies, dass Henna in Verbindung mit chemischer Haarfarbe zu grünen Haaren führen könnte. Das war schließlich das Letzte, was ich wollte. Zum Glück gibt es ja auf Facebook einige Foren zur Naturkosmetik. So fragte ich mich durch, wie der Wechsel bei den Mitgliedern im Forum zum natürlichen Färben mit Pflanzenhaarfarbe verlaufen sei. Es fanden sich einige, die vorher chemisch gefärbt hatten. Sie gaben mir den Rat, etwas Abstand zwischen der letzten chemischen Färbung und der ersten Anwendung mit Pflanzenhaarfarbe einzuhalten.

Haarfarbe vor der ersten Färbung: nur einmal mit Wasser gewaschen, deswegen die Schuppen von Haarsprayresten

Haarfarbe vor der ersten Färbung: nur einmal mit Wasser gewaschen, deswegen die Schuppen von Haarsprayresten

Die erste Anwendung mit Pflanzenhaarfarbe von Logona

Daran hielt ich mich und wartete ca. 2,5 Monate, bis ich das erste Mal natürliches Färben mit Pflanzenhaarfarbe ausprobierte. Im Biomarkt kaufte ich die Logona Pflanzenhaarfarbe in der Farbe 090 Dunkelbraun sowie die von Logona empfohlene Vor- und Nachbehandlung.

Logona - natürlich Färben mit Pflanzenhaarfarbe

Das erste Mal Färben mit Pflanzenhaarfarbe war recht ungewohnt. Im Gegensatz zur chemischen Haarfarbe gibt es hier doch wesentlich mehr zu beachten.

Nach dem Färben mit Logona sahen meine Haare wie folgt aus:

Nach der ersten Behandlung mit Pflanzenhaarfaarbe von Logona

Nach der ersten Behandlung mit Pflanzenhaarfaarbe von Logona

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Ansatz war einige Nuancen dunkler, jedoch noch deutlich sichtbar. Insgesamt stellte mich das Ergebnis noch nicht zufrieden. Die Anwendung fand ich auch nicht wirklich einfach.

Angemischt habe ich die Naturhaarfarbe mit einem schwarzen Tee und sie durfte vier Stunden auf meinem Kopf verweilen. Den Geruch der Farbe selbst fand ich relativ unangenehm. Irgendwie eine Mischung aus Tabak und Gras. Wenn man die Mütze auf dem Kopf hatte, roch man es allerdings nicht mehr. Anrühren ließ sich das Pulver ganz gut. Die Konsistenz blieb jedoch sehr stückig und wurde einfach nicht richtig smoothy. Dementsprechend sah das Badezimmer auch nach dem Auftragen der Pflnzenhaarfarbe aus. Überall waren Stücke der Pflanzenhaarfarbe verteilt. Diese ließen sich jedoch einfach wegsaugen, ohne eine größere Schweinerei (wie bei chemischer Haarfarbe) zu hinterlassen. Das Auswaschen ging recht gut und die Haare rochen nicht mehr unangenehm. Ich werde der Farbe noch einmal eine Chance geben und gucken, ob ich sie beim ersten Mal schlecht vermischt habe und sie deswegen so krümelig war.

Die zweite Anwendung mit Pflanzenhaarfarbe von Khadi

Da mir mehrfach die Pflanzenhaarfarbe von Khadi empfohlen wurde, habe ich meinen Ansatz eine Woche später noch einmal mit Dunkelbraun von Khadi gefärbt.

Nach der zweiten Behandlung mit Pflanzenhaarfarbe von Khadi
Nach der zweiten Behandlung mit Pflanzenhaarfarbe von Khadi

Wie ihr sehen könnt, ist das Ergebnis der Ansatzfärbung nun schon sehr nahe an meiner restlichen Haarfarbe. Das Farbpulver ließ sich sehr gut anrühren und wurde richtig schön glatt. Auch war mein Badezimmer danach nicht komplett eingesaut. Die Pflanzenhaarfarbe roch wesentlich weniger als die von Logona. Der Geruch war wirklich in Ordnung. Allerdings nahm der Geruch der Pflanzenhaarfarbe zu, je länger ich die Farbe auf dem Kopf hatte. Mein Mann meinte, es würde wie in einem Stall riechen, so in Richtung Heu.

Das Auswaschen der Haarfarbe war hier (wohl durch die glatte Konsistenz der Pflanzenhaarfarbe) schwieriger. Deswegen war es nach dem Auswaschen dringend nötig, noch eine Nachbehandlung zu verwenden. Ansonsten wären einige Stücke in meinem Haar verblieben. Auch der Heugeruch blieb noch dezent bis zur ersten Wäsche mit Shampoo erhalten. Da ich ja ein sehr intensives Ergebnis anstrebe, habe ich die Pflanzenhaarfarbe über Nacht einwirken lassen. Sie war ca. zehn Stunden auf meinem Kopf, bevor ich sie auswusch.

Das Farbergebnis der beiden Pflanzenhaarfarben kann man wirklich nicht objektiv miteinander vergleichen. Die Farbe von Khadi hatte eine viel längere Einwirkzeit und es wurde bereits einmal gefärbt, was die Haarfarbe einfach intensiver werden lässt. Trozdem muss ich sagen, dass mich die Anwendung der Pflanzenhaarfarbe von Khadi bisher mehr überzeugt hat.

Die besten Tipps zur Anwendung beim natürlichen Färben mit Pflanzenhaarfarbe

Soviel einmal zu den von mir getesteten Produkten. Wie sieht es jedoch generell mit der Anwendung von Pflanzenhaarfarbe zum natürlichen Färben aus? Ich möchte dir hier ein paar Tipps an die Hand geben, damit du ein optimales Farbergebnis erzielst!

Vorbehandlung von Logona beim natürlichen Färben mit Pflanzenhaarfarbe

Vorbehandlung von Logona

Vor dem natürlichen Färben mit Pflanzenhaarfarbe solltest du diese Punkte unbedingt beachten:

  • mindestens 8 Wochen Abstand zur letzten chemischen Färbung

  • am besten verwendest du seit längerem ein natürliches Shampoo (z. B. Shampoobar oder Haarseife), zumindest ein Shampoo ohne Silikone. Damit sich die Pflanzenhaarfarbe auch auf deinem Haar richtig anlagern kann.

  • Verwende eine Vorbehandlung, um deine Haare von Rückständen zu befreien. Sie bereitet deine Haare optimal auf die Pflanzenhaarfarbe vor.

Hast du dich an die oben genannten Punkte gehalten, kannst du auch schon mit dem Färben starten. Ich möchte dir hier nun meine optimale Färbeanleitung mitgeben, damit du ganz entspannt deine Haare färben kannst.

Dazu brauchst du folgendes Equipment:

  • Schüssel zum Anrühren (Glas oder Porzellan)

  • Schüssel für das Wasserbad

  • Schneebesen

  • Thermometer

  • Handtuch

  • Färbepinsel

  • Dunkle oder alte Mütze

  • Optional: Ein Paar Handschuhe (mir sind zumindest die Färbehandschuhe immer zu groß)!

In 10 Schritten zu natürlich gefärbten Haaren mit Pflanzenhaarfarbe

Schritt 1:

Wenn du deine Haare braun oder schwarz färbst, kannst du die Wirkung verstärken, indem du die Pflanzenhaarfarbe mit einem sehr starken schwarzem Tee statt heißem Wasser anrührst. Koche dafür jetzt bereits den Tee und lasse ihn ziehen.

Schritt 2:

Wasche deine Haare mit einem silikonfreien Shampoo (ich habe eine Shampoobar von Sauberkunst verwendet).

Schritt 3:

Trage deine Vorbehandlung mit dem Färbepinsel auf das handtuchtrockene Haar auf. Gehe dabei scheitelweise wie beim Färben vor. Lasse die Vorbehandlung ca. 10-15 Minuten einziehen.

Schritt 4:

Nimm den Teebeutel aus der Kanne und prüfe mit dem Thermometer die Temperatur. Die Pflanzenhaarfarbe von Khadi soll mit 50 °C (außer Rotnuancen mit 90 °C) heißem Wasser angerührt werden. Beachte ansonsten die Temperatur deiner Pflanzenhaarfarbe. Wenn der Tee noch zu heiß ist, kannst du ihn in eine Tasse umgießen, damit er schneller abkühlt. Rühre das Pulver nach und nach mit dem Tee/Wasser zu einer glatten Masse an. Sie sollte eine joghurtartige Konsistenz haben!

 

Achte nicht auf eine Milliliterangabe in der Gebrauchsanweisung. Dies kann höchstens ein Richtwert sein! Kippst du einfach die Menge an Wasser zum Pulver, die in der Packung steht, läufst du Gefahr, dass deine Masse zu dünn wird und sie dir wie Suppe vom Kopf läuft! Ist deine Masse angerührt, gibst du heißes Wasser in deine zweite Schüssel und setzt die Schüssel mit der Pflanzenhaarfarbe hinein. Dies sorgt dafür, dass deine Pflanzenhaarfarbe eine Temperatur von ca. 40 – 50 °C behält und sich so schön auf deinem Haar verteilen lässt.

Schritt 5:

Spüle die Vorbehandlung ordentlich aus. Trockne deine Haare im Anschluss mit dem Handtuch gut ab.

Schritt 6:

Jetzt geht es endlich ans Färben! Lege dir das Handtuch um die Schultern, entferne rumliegende Badezimmerteppiche und rühre die Pflanzenhaarfarbe noch einmal gut durch. Mit Hilfe des Färbepinsels gibst du Scheitel für Scheitel die Pflanzenhaarfarbe auf deinen Kopf.

Schritt 7:

Nachdem du die Farbe gut auf deinem Haar verteilt hast, kannst du die in der Packung enthaltene Plastikhaube aufsetzen. Anschließend setzt du die Mütze auf deinen Kopf. Es ist wichtig, dass die Pflanzenhaarfarbe schön feucht und warm gehalten wird. Diesen Effekt erzielst du mit der Plastikhaube + Mütze.

Schritt 8:

Warten! Wie lange, liegt jetzt natürlich an der gewünschten Farbintensität. Mein Tipp: Bei besonders dunklen Farben lass die Farbe einfach über Nacht einwirken. Zumindest in den kühleren Monaten ist das Schlafen mit der Mütze unproblematisch.

Schritt 9:

Die Pflanzenhaarfarbe mit lauwarmen Wasser ausspülen, bis es klar ist.

Schritt 10:

Die Nachbehandlung von Logona kann ich dir nur sehr ans Herz legen. Persönlich schaffe ich es nicht, meine Haare so lange zu spülen, bis sich wirklich gar keine Pflanzenhaarfarbe mehr in meinem Haar befindet. Im Anschluss trage ich dann einfach die Nachbehandlung auf mein Haar auf. Nimm aber nicht so viel, wie auf der Packung steht, sondern so viel, wie du von einer normalen Haarkur verwenden würdest. Verteile die Nachbehandlung erst mit den Händen und anschließend mit einem grobzinkigem Kamm. Nach 5-10 Minuten kannst du sie ausspülen. Warte auch hier lieber etwas länger als zu kurz, damit die Reste komplett aus deinem Haar ausgespült werden.

Im Anschluss kannst du deine Haare wie gewohnt stylen.

Wichtig: Du solltest mindestens 24 Stunden nach dem Färben mit Pflanzenhaarfarbe deine Haare nicht mit Shampoo waschen. In dieser Zeit dunkelt die Haarfarbe noch etwas nach.

Zusammengefasst: Was sind die Vor- und Nachteile beim Färben mit Pflanzenhaarfarbe?

Vorteile

  • keine hormonverändernden Bestandteile

  • rein pflanzlich und komplett unbedenklich

  • Kräftigung des Haares

  • keine allergischen Reaktionen

  • vegan

  • natürliches Farbergebnis

  • belastet nicht unsere Umwelt /biologisch abbaubar

  • kein Brennen auf der Kopfhaut

  • kein stechend / beißender Geruch

  • Für Schwangere bedenkenlos anwendbar

Nachteil

  • Aufwändigeres Färbesystem

  • schwieriger in der Handhabung als chemische Haarfarbe

  • es wird nicht bei jedem Friseur angeboten

  • keine komplette Grauhaarabdeckung

  • mehrere Färbevorgänge sind am Anfang nötig, um ein dunkles Färbeergebnis zu erhalten

  • der Geruch ist gewöhnungsbedürftig

Dieser Artikel wird ergänzt, sobald ich weitere Haarfarben getestet oder weitere Erkentnisse zur Anwendung gewonnen habe. Momentan bin ich sehr zufrieden mit meiner Haarfarbe und kann trotz des höheren Aufwandes das Färben mit Pflanzenhaarfarbe empfehlen. Deine Haare leuchten total schön im Anschluss und haben einen ganz besonderen Glanz.

Teile uns deine Meinung mit!

Hast du selbst schon Planzenhaarfarbe verwendet und vielleicht ganz andere Erfahrungen mit der Anwendung gemacht? Dann lass es uns wissen! Möchtest du bald das erste Mal eine natürliche Färbung mit Pflanzenhaarfarbe ausprobieren und hast noch Fragen, dann wende dich an uns. Wir stehen dir mit Rat und Tat zur Seite.

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